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Freundlicher Teufel
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Alle meine Rezensionen ansehen (REAL NAME) Rezension bezieht sich auf: Lob des Sexismus: Frauen verstehen, verführen und behalten (Taschenbuch) Lob des Sexismus" von Lodovico Satana
Wenn man den Titel und den Namen des Autors liest, glaubt man unwillkürlich, mit etwas ganz Gefährlichem, abgründig Bösem zu tun haben, man vermutet das Buch auf dem vatikanischen Index und holt als Gläubiger vorsichtshalber Weihwasser, Kruzifix und Gebetbuch. In jedem Falle würde man als anständiger deutscher Mann ein solches Buch mit einem verachtenden Blick im Regal liegen lassen, denn welcher vernünftige Mensch will schon was mit Sexismus zu tun haben, mit -ismen überhaupt. Sex, nun gut, das gehört zum pc-korrekten Repertoire des Lebens, dient ja auch letztlich der Familienbildung, hilft, daß die Deutschen nicht aussterben und irgendwer noch irgendwann unsere Renten bezahlt. Aber dann bitteschön mit Rücksicht auf den anderen Teil, die Frauen, denn die sind ja schließlich schwach und können sich gegen uns Männer nicht wehren, Sex nur dann, wenn wir dafür voll und ganz im Dienst an der Frau aufgehen. Lodovico Satana, der sich hinter einem erschreckenden Pseudonym verbirgt, weil er im Grunde ein braver, rücksichtsvoller Mensch ist und nun versucht, den bösen Buben zu spielen, stellt das, was die traditionelle Erziehung Männern seit frühester Kindheit indoktriniert, nachdrücklich und intelligent in Frage. Er analysiert das überwiegend tief in der Urgeschichte der Menschen verwurzelte und damit triebgesteuerte Verhalten der Menschen vor allem in Hinblick auf die Interaktion der Geschlechter. Frauen teilt er psychologisch korrekt in zwei Kategorien auf, in die mit hohem=intaktem und die mit niedrigem=gestörtem Selbstbewusst. Vor der letzten Kategorie warnt er ausdrücklich und erklärt auch an Beispielen, daß solche Frauen zu einer stabilen Beziehung unfähig sind, sie zu lieben für den Mann nur Leid bedeuten kann, je mehr er liebt, um so mehr Leid. Die Erkennungsmerkmale dieses gefährlichen Frauentypus werden so klar und praxisbezogen" aufgeführt, einschließlich der Extremvariante der borderline-Störung, dass jeder Mann, der mehr als eine Frau gekannt hat, sich mit sehr gemischten Gefühlen an eigene Erfahrungen erinnern wird. Dabei erfolgt keine Verteufelung dieser Frauen, keine Schuldzuweisung, es werden im Gegenteil die Ursachen für diese Störung, die in der Kindheit liegen, aufgezeigt bis hin zu sexuellem Missbrauch. Auf der anderen Seite gibt er sehr kluge und lebenserfahrene Tipps wie man eine gute Frau (mit intaktem Selbstbewusstsein) behalten kann, welche Fehler man nicht machen sollte. Somit ist die Hauptzielrichtung des Buches der Aufbau und Erhalt einer stabilen Mann-Frau Beziehung, was bei dem Titel wirklich niemand vermuten würde. Dass er selbst dabei kein Anhänger der absoluten Monogamie ist, mag moralisch verwerflich erscheinen, jeder der Erfahrungen im Leben gesammelt hat weiß aber, dass diese Einstellung eine wenn auch nicht zugegebene gesellschaftliche Realität ist, von der Frauen ebenso viel Gebrauch machen wie Männer - nur dies durch gezielte Schauangriffe und Schuldzuweisungen verschleiern - Abgriff ist eben die beste Verteidigung. Die Entscheidung über die Art der -gamie überlässt der Autor dem Leser, warnt aber mit Recht vor der von ihm so genannten "Oneitis", dem sich bedingungslosen Verschreiben an eine Frau, dem Glauben, dass nur diese eine und sonst keine Frau die einzig glücklich Machende ist. Dass das zur übelsten Abhängigkeit führen kann, die auch verführt, sie auszunutzen, liegt auf der Hand. Satana, der Mitfühlende warnt mit gutem Grund, daß diese "Krankheit" schon viele Männer bis zum Suizid gebracht hat. Im letzten Kapitel gibt er Tipps, wie man an Frauen rankommt und sie rumkriegt, diese Kapitel zeugt von profundem psychologischem Verständnis und Einblick und ist keineswegs banal. Letztlich geht es um Dinge, die viel Übung, Geschick und Intelligenz erfordern, nämlich perfekte, d.h. einfühlsame und wertschätzende Kommunikation nach allen Seiten, nicht nur zu den Frauen, weil genau das das Schlüsselmerkmal des Alpha-Mannes ist, den jede gesunde Frau haben möchte, eben nicht Angeberei, Kraftprotzerei und Drohgebärden - das haben echte Alphas überhaupt nicht nötig. Sehr ausführlich thematisiert wird in diesem Zusammenhang, das Bestreben der Frau, jeden Mann, an den sie sich bindet, zu betaisieren um ihn damit für andere Frauen uninteressant zu machen - und die Tatsache, dass, wenn man diesem Versuch zu sehr nachgibt, man(n) für die Frau selbst uninteressant und verlassen wird, wenn man gar nicht mitspielt, möglicherweise aber auch. Es ist nur ein wichtiger Punkt, der mir in dem Werk dieses vermutlich auch irgendwann recht leidgeprüften Geschlechtsgenossen fehlt: Mit seiner Methode, die viel Intelligenz und Charakterstärke erfordert, erreicht man Zufriedenheit und Stabilität im Leben, wehrt sich erfolgreich gegen Missbrauch durch Frauen ohne deshalb je eine Frau schlecht oder rücksichtslos zu behandeln, die eine gute Behandlung verträgt und zurückgeben kann. Was fehlt, sind Gedanken zur leidenschaftlichen, "absoluten" Liebe, die es in der Wirklichkeit nach bei stringenter Analyse nicht geben mag, doch wie arm ist der, der nur in der Wirklichkeit lebt. Was ist ein Leben ohne Träume, ohne Höhenflüge, denen freilich immer ein Absturz folgt. Aber man kann Fallen lernen. Dass das Phänomen der "amour fou" existiert, ist eine Tatsache, von der leider auch viele Gewalttaten aus Eifersucht und Selbstmorde zeugen. Da fast alle Menschen sich nach Romantik und großer Liebe sehnen, wäre es ein wichtiges Kapitel, das hier fehlt, diese Neigung aufzugreifen und den Menschen Hilfen zu geben, damit sie Fliegen lernen ohne abzustürzen, und beim Absturz vorher ein Band zum Weiterleben angelegt haben, das wie beim Bungee-Jumping den Absturz kurz vor dem tödlichen Zerschellen in der harten Wirklichkeit abfängt. Trotzdem erhält dieses Buch von mir volle Punktzahl, weil es längst überfällig war um gegen die Verblödung der jungen Männer durch die traditionelle Erziehung anzukämpfen, sie vor demütigender Abhängigkeit, einem Leben in Unfrieden und Unglück zu bewahren (übrigens ebenso deren Frauen!) und nicht wenige vor einem Abgrund, der auch Herzinfarkt, Krebs oder eine andere schwere Krankheit statt Suizid sein kann. Ich bin dafür, dass diese Buch verpflichtende Schullektüre wird, auch für Mädchen, die damit auch die Chance bekommen, über das eigene Verhalten nachzudenken, und so aus bewussterem und damit verstandesmäßig und moralisch steuerbarem Verhalten auf beiden Seiten ein verständnisvolleres und konfliktärmeres Verhältnis der Geschlechter zueinander entstehen kann.
Dr. Peter Pommer
SIN:3833469803 Lob des Sexismus: Frauen verstehen, verführen und behalten]]
Eine Rezension von Ein Kunde
vom 11. April 2010 |